The Skyscraper
2005 | D/Vietnam | 6:00 Min. | Loop auf DVD | Farbe
(Ausschnitt)

Synopsis

Zwischen am blauen Himmel dahinziehenden Wolken ist ein Mann mit einer Kelle zu sehen, der die Wolken oder den Himmel zu spachteln scheint.
„...Eine Arbeit wie “The Skycraper” generiert eine Symbiose aus diesen vermeintlich antagonistischen Positionen: Das dokumentarische Ausgangsmaterial zeigt – ganz dem Interesse der Lumières an der Arbeitswelt verpflichtet – einen vietnamesischen Arbeiter, der einen Straßenbelag erneuert, der aber durch die ebenso einfache wie magische Transformation einer Bildüberlagerung zu einem Renaissancemaler zu werden scheint, der eine Kuppel mit sich türmenden Wolken ausmalt – fast wie in einer Referenz an die kosmischen Phantasien von Mélies. Die harmonisch kreisenden Bewegungen der Figur – auch sie: verlangsamt – scheinen die Formationen der ziehenden Wolken wie in einem fremden Ritual zu beschwören, sie einmal vorwegzunehmen, sie gleichsam zu choreographieren, ihre sich verändernden Formen dann sorgsam nachzuzeichnen. Erneut ist es ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Stilmittel, mit dem Gabriele Undine Meyer die bloße Abbildfunktion des elektronischen Bildes transzendiert. Sie unterläuft die Opazität der Bilder, und damit auch deren behauptenden Charakter, indem sie den beiden sich überlagernden Motiven Transparenz verleiht – ein Eingriff, der so einfach und nachvollziehbar ist, dass auch er wie durchsichtig wirkt." (Matthias Müller: Auszug aus der Einführung in die Ausstellung Gabriele Undine Meyer - still moving pictures in der Galerie Artists Unlimited, Bielefeld, Oktober 2005)